Chronik: 28 Jahre NABU Weiskirchen-Losheim

Mit der Gründung des NABU Weiskirchen, damals noch DBV-Ortsgruppe Weiskirchen (DBV = Deutscher Bund für Vogelschutz) im Jahre 1988, setzten wir die Naturschutz-Tradition in der Gemeinde fort, die andere Jahre vor uns begonnen hatten.

Die ersten organisierten Naturschützer in Weiskirchen waren die „Naturfreunde Hochwald e.V.“, die sich im Jahr 1982 gegründet hatten. Vorsitzender war damals Peter Kurz(). Dieser Verein war jedoch nur wenige Jahre aktiv, und so schlossen sich im Herbst 1985 die Naturschutzbeauftragten der Gemeinde und eine Handvoll Naturschützer unter dem Namen „Landschafts- und Naturschutzgruppe Weiskirchen“ zu einer Arbeitsgruppe zusammen, um weiter für Natur und Umwelt tätig zu sein. Diese Gruppe war im praktischen Naturschutz vor Ort (Pflanzen von Feldgehölzen, Hausbäumen, Fassadenbegrünungen usw.) sehr engagiert und erfolgreich. Was jedoch fehlte, war eine breitere Basis in der Bevölkerung und ein Verband, der Hilfestellung geben konnte.

Dieser Umstand führte schließlich dazu, dass man mit weiteren Gleichgesinnten am 1. Juni 1988 im Nebenzimmer des Gasthauses Wildpark die DBV-Ortsgruppe mit dem Namen „Landschafts- und Naturschutzgruppe Weiskirchen“ gründete.

Die 14 Gründungsmitglieder waren bzw. sind

  • Otto Schaum, Weiskirchen
  • Ursula Walisch-Klauck, Rappweiler
  • Ursula Lang, Weierweiler
  • Franz-Josef Schudell, Weierweiler
  • Günter Kneip, Losheim
  • Hubert Bauer, Konfeld
  • Hans-Werner Graß, Konfeld
  • Helmut Bierbrauer(), Weiskirchen
  • Martin Schmitz, Rappweiler
  • Inge Ott, Rappweiler
  • Thekla Meiers, Bergen
  • Georg Hilgert, Weiskirchen
  • Peter Kerl, Weiskirchen
  • Raimund Repplinger, Rappweiler

Dem 1. Vorstand gehörten an:

  • 1. Vorsitzender: Franz-Josef Schudell
  • 2. Vorsitzender: Peter Kerl
  • Kassierer: Martin Schmitz
  • Schriftführer: Georg Hilgert
  • Beisitzer: Ursula Lang, Helmut Bierbrauer() und Raimund Repplinger

In den ersten Jahren hatten wir ein breitgefächertes Betätigungsfeld. Wir hängten Nistkästen auf, legten Laichtümpel an, pflanzten Linden als Hausbäume, Hecken, Kletterpflanzen und Stauden, hielten Vorträge, machten naturkundliche Wanderungen, führten Ausstellungen durch, beteiligten uns an den Weiskircher Gesundheits- und Blumentagen, pflegten Pachtflächen und Obstbäume, halfen mit beim Bau der Auffang- und Pflegestation im Wildpark, führten mit Schulen, Kindergärten und Vereinen (JRK Konfeld, Feuerwehr) verschiedene Aktionen durch und trafen uns monatlich zu unseren „Naturschutz-Treffs“.

Kleine Höhepunkte in dieser Zeit waren, um nur einige wenige zu nennen:

  • die Vortragsreihe über die Greifvögel und Eulen von Winfried Fromm
  • die Pilzausstellungen im Gasthaus Wildpark und in der Weiskircher Schule mit Hans-Werner Graß
  • die Ameisenausstellung im ehemaligen Haus des Gastes mit Rudi Schillo() und Erhard Dewes

1990 erfolgte deutschlandweit im Rahmen der Wiedervereinigung die Umbenennung des DBV in NABU und so wurden wir die „Landschafts- und Naturschutzgruppe“/ NABU Weiskirchen.

1994 gab es dann die zweite Namensänderung. Zugunsten eines einheitlichen Erscheinungsbildes ließen wir den Namen „Landschafts- und Naturschutzgruppe“ fallen und nannten uns nur noch NABU Weiskirchen.

Ein Schwerpunkt war auch schon damals unsere Aktivität im Bereich des Streuobstes:

  • Wir ließen uns in einem mehrwöchigen Kurs zu Obstbaumwarten ausbilden.
  • Wir pflegten alte und pflanzten neue Obstbäume (selbstverständlich Hochstämme).
  • Wir mähten Streuobstwiesen.
  • Wir führten Baumschnitt- und Veredelungskurse durch.
  • Wir verkauften NABU-Apfelsaft (privat, vor der Schule, bei Festen).
  • Wir kelterten jährlich Apfelsaft und feierten unser Kelterfest.
  • Wir machten (2000) eine Obstbaumkartierung in Rappweiler.

Für ihr Engagement im Natur- und Umweltschutz in dieser Zeit haben einzelne Mitglieder wie auch die Ortsgruppe Naturschutzpreise erhalten.

Mit der Gründung einer Naturschutz-Jugendgruppe 1993 gelang es uns auch jüngere Mitglieder für unsere Arbeit zu interessieren und zu begeistern.

1998 feierten wir am Wildpark unser erstes Jubiläum: 10 Jahre Landschafts- und Naturschutzgruppe Weiskirchen.

Ein bedeutsames Ereignis und für unsere Ortsgruppe sicherlich der bisherige Höhepunkt war die Übernahme des Wildparks einschließlich Gaststätte durch den NABU-Landesverband und damit verbunden der Umzug der Landesgeschäftsstelle von St. Wendel in das Informationszentrum des Naturparks im Mai/Juni 1998.  Was für eine Chance für unsere Ortsgruppe die Hauptakteure des NABU Saarland direkt vor der Haustür zu haben und mit dem ErlebnisWald Rappweiler einen Wildpark, für den wir uns verantwortlich fühlten und in dem wir uns über Maßen engagierten. Zum großen Bedauern der Ortsgruppe musste der NABU-Landesverband dieses Projekt aus verschiedenen Gründen Ende des Jahres 2001 aufgeben.

In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts wies unsere Arbeit verständlicherweise nicht mehr das breite Aktivitäts-Spektrum der ersten Jahre auf. Bäume und Hecken waren überall genug gepflanzt, geeignete Standorte für Amphibientümpel ließen sich nicht mehr finden, Vorträge, Ausstellungen und naturkundliche Wanderungen wurden in zunehmendem Maße von uns nahe stehenden Vereinen und Organisationen übernommen und durchgeführt.

2008 erfolgte die Namenserweiterung der Ortsgruppe in NABU Weiskirchen-Losheim. Da inzwischen die Mehrheit unserer Mitglieder aus der Gemeinde Losheim kam, sollte mit dem neuen Namen eine bessere Identifikation dieser Mitglieder mit unserer Ortsgruppe gegeben sein. Mit dem Namen änderte sich auch die Zusammensetzung des Vorstandes, in dem drei Niederlosheimer vertreten sind.

2008 feierten wir am Wildpark unser zweites Jubiläum: 20 Jahre NABU Weiskirchen-Losheim

Mit der Betreuung des Bibers in den Gemeinden Weiskirchen und Losheim kam 2009 eine weiteres Handlungsfeld dazu. Karl-Heinz Müller und Wolfgang Reifenrath beobachten und dokumentieren als Biberbetreuer die Aktivitäten des Bibers am Losheimer Bach, am Hölzbach, am Lannenbach und am Igelsbach. Willi Barth und Franz-Josef Schudell machen Gleiches am Holzbach und am Ruwerbach.

Ein weiteres Betätigungsfeld tat sich im Herbst 2009 mit der Schaffung des NABU-Naturgartens im Park der Vierjahreszeiten (heute SeeGarten) in Losheim am See auf. Mit diesem Schau- und Erlebnisgarten, dessen offizielle Eröffnung am 21. März 2010 gefeiert wurde, wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wie man mit verschiedenen Kleinbiotopen einen Garten naturnah gestalten kann.

2013 feierten wir wieder am Wildpark unser drittes Jubiläum: 25 Jahre NABU Weiskirchen-Losheim

2014 löste Helmut Harth (Niederlosheim) den bisherigen Vorsitzenden Franz-Josef Schudell (Konfeld), der dieses Funktion 26 Jahre innehatte, an der Spitze des NABU Weiskirchen-Losheim ab.
Am 09.04.2014 verstarb unser vielgeschätztes Vorstandsmitglied Karl-Heinz Müller im Alter von nur 59 Jahren.